Mein Weg zum und mit dem AIKIDO

Zum Ende meines Studiums spürte ich eine innere Leere, besser gesagt eine Kraftlosigkeit, die sich darin äußerte, dass ich bei einer meiner letzten Diplomprüfungen beim ersten Anlauf durchgefallen war…

Ich fragte mich, was ich tun könnte für eine Verbesserung der entstandenen Situation und „inneren“ Stabilität. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen Ausgleich von „Kräften“ und Gedanken sowie eine Stütze für meine „unerwartet getroffene“ Seele bräuchte. Neben meiner jahrelangen Grundkonditionierung in Form von regelmäßigem Laufen und fallweisem Tennisspielen suchte sowohl mein Körper als auch mein Geist nach etwas „Neuem/ Anderem/ Ergänzendem/ ….?!

An der Uni entdeckte ich dann den Aushang zum AIKIDO bei der FTG, der mich irgendwie ansprach, nein neugierig machte. Ich dachte, da kann ich mal zuschauen oder sogar mal mitmachen und einen Eindruck gewinnen… Zu asiatischen Kampfkünsten wusste ich nicht viel. Ich wusste nur, dass ich keinen Sieger-/Verlierer-Wettkampf suchte.

Ich kam in die Gruppe und wollte eigentlich nur zuschauen. Doch man lud mich ein, einfach mit meinen Sportklamotten mal „mitzumachen“. Das sei ganz normal, dass Anfänger und Fortgeschrittene zusammen trainieren. Na dann, warum nicht, einfach mitmachen … und dann?

Während dem Trainingsabend wusste ich nicht genau, wo ich zuerst hinschauen sollte! Zum AIKIDO -Lehrer, zu meinen Füßen, zu meinen Händen, zu den anderen Teilnehmern und vor allem auf all die vielen gemeinsamen sowie einzelnen Bewegungen …

Trotz vieler Erklärungen und Vormachen der Übungen, rauchte mein Kopf und mein Körper fühlte sich an wie ein lahmer, fast bewegungsunfähiger Roboter. Dazu kam das Gefühl, dass ich völlig unfähig erscheinen musste unter all den Anderen. Diese versicherten mir nach dem Training jedoch überraschenderweise, dass mein Gefühl völlig normal sei. Und außerdem solle ich doch wieder kommen, ich hätte prima mittrainiert !???

Nach einer für meinen Körper mit Tiefschlaf verbundenen Nacht, fragte ich mich am nächsten Morgen: „Und jetzt Frank? Soll ich da wieder hingehen ???“

Ich bin weiter hingegangen und habe nach und nach Zugang und Freude als auch viel Ausgleich, Mut und Achse gewonnen auf meinem Weg mit dem AIKIDO. Während den Jahren waren einzelne Prüfungen zu meinen gewonnenen Fertigkeiten Teil des Weges. Mal in kurzen, dann wieder in längeren Abständen. So wie es für mich möglich war… Auch die Gelegenheit bei Seminaren andere Lehrer kennen zu lernen sowie mit anderen „Aikidokas“ zu trainieren, waren für mich immer so wertvoll, wie das Training bei uns im gemeinsamen Dojo (Trainingsort) der FTG…

2005 legte ich dann die erste Dan-Prüfung ab, so dass ich AIKIDO auch aus diesem Blickwinkel selbst erfahren und neben unseren weiteren „Sempais“ (Lehrern) lehren durfte. Mein Ziel ist es geworden, neben meinem persönlichen Glück, dies mit anderen zu teilen sowie diesen vielleicht ein Stückchen ihres Weges mit aufzeigen zu können…

Frank, im Sommer 2014